Aktuelles - SKM Köln
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Neue Kontakt- und Beratungsstelle „Vor Ort“ Porz eröffnet

Sozial.Katholisch.Menschlich. SKM Köln erweitert niedrigschwellige…

Alljährliche Weihnachtsfeier: Serap Güler engagiert sich

Sozial.Katholisch.Menschlich. Am 19. Dezember lud der Sozialdienst…

Von Teezeit, Auszeit und einem kleinen K, das ganz groß wird

Sozial.Katholisch.Menschlich. Ein Teebeutel, ein Mut-Button…

Neueröffnung der Kontakt- und Beratungsstelle Ehrenfeld

Moderner Anlaufpunkt für Beratung und Begegnung Köln, 26.…
Wohnungslosigkeit und Winter

Wohnungslosigkeit in Zeiten des Kälteeinbruchs

Alarmierende Zahlen zur Wohnungslosigkeit Über eine Million…

Nacht der Lichter 2025

Nacht der Lichter am 28. November 2025 Gemeinsam erinnern, gemeinsam…

Let’s talk about Sex and Power

Sozial.Kollegial.Menschlich Von Whitening-Effekten und dreckigen…

Über 35 Jahre Hilfe am Kölner Hauptbahnhof

Kontakt- und Beratungsstelle des SKM Köln am Hauptbahnhof feiert…

Jubiläum im Wasserballettteam

Sozial.Kreativ.Menschlich Synchron im Einsatz für andere. Eine…

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Let’s talk about Sex and Power

Sozial.Kollegial.Menschlich

Von Whitening-Effekten und dreckigen Wahrheiten

von Marco Petrelli

Es ist Herbst. Die Blätter fallen. Und mir der aktuelle Bericht der AllBright-Stiftung in den Schoß. Und da fällt mir etwas auf und ein: Deutschland, Land der Gleichstellung – zumindest, wenn man den bis zur Unkenntlichkeit retuschierten Gesichtern strahlender Mitarbeiterinnen (Spoiler: Diese Frauen arbeiten zumeist als Fotomodels und nicht im mittleren oder gehobenen Management ebendieser Firmen) in den in Wartebereichen ausliegenden Hochglanzbroschüren der knapp 160 börsennotierten Unternehmen in Deutschland glauben möchte.

Die Realität sieht anders aus: Die Zähne dieser hübsch anzuschauenden Damen sind für die auf Turbo-Employer Branding getunten Werbemittel der dortigen HR-Abteilungen noch nicht weiß genug und müssen künstlich via Photoshop nachgeweißt werden. Und weißgewaschen sind zumeist auch die Statistiken, Zahlen und Darstellungen von Frauen in Führungspositionen dieser Unternehmen. Der Bericht der AllBright-Stiftung belegt diesen Whitening-Effekt: Herbst 2025 ist, wie im Vorjahr, erst jeder fünfte Vorstandsposten mit einer Frau besetzt. Bei den Neurekrutierungen wird wieder häufiger auf Männer zurückgegriffen, der Frauenanteil unter den neu hinzugekommenen Vorstandsmitgliedern beträgt aktuell nur noch 20 Prozent und in den Führungsgremien stagniert er bei 19,7 Prozent in den Vorständen.

Kurz: Gleichstellung findet in stylischen Erdgeschossen, wo man Werbung für Gleichberechtigung macht, auf dem Papier statt. Oben in den Chefetagen sitzt der Herrenclub und macht sich keine Gedanken, ob die eigenen Beißer weiß genug sind, denn man ist ja weitestgehend unter sich und da zählt das Weiß des Sportwagenlacks, der Villa oder des eigenen Bötchens mehr als das des Colgate-Grinsens (und das ist via Private Zahnzusatzversicherung auch schnell wieder hergestellt).
Soweit der polemische Teil, das gehört zur dreckigen Wahrheit deutscher Arbeitswelten dazu.

Und beim SKM Köln? Auch alles weißgewaschen? Weiß wie das eigene Logo auf rotem Hintergrund? Der eigene Claim sagt: „Der Mensch am Rand ist unsere Mitte“ – gehören Frauen auch in die Mitte von Führungsverantwortung oder stehen die Damen der Schöpfung eher am Rand?

Man würde meinen…

  • Kreuz im Logo bedeutet zumeist: Frauen in verantwortlichen Positionen eher mau.
  • „Katholisch“ im eigenen Organisationsnamen: Frauen in verantwortlichen Positionen doppelt mau.
  • Sozialdienst Katholischer Männer(!): Frauen in verantwortlichen Positionen ultimativ mau.

Dass hier nun Werbung in eigener Sache kommt, haben Sie sich als Leser:in wahrscheinlich schon gedacht.
Aber im Ernst: Beim SKM Köln haben wir den turn vollzogen. Hier braucht’s kein Persil, Colgate oder Alpina Weiß um Wahrheiten zu überweißen.

Elisabeth Quiske (links), Vorstandsvorsitzende. Neben ihr: Jens Röskens, Vorstand Sozialpolitik.

Ganz oben (im Organigramm, rein räumlich gibt es noch eine Etage drüber) sitzt Elisabeth Quiske, Vorstandsvorsitzende. Eine Frau. Neben ihr: Jens Röskens, Vorstand Sozialpolitik. Zuvor? Von 2019 bis Oktober 2024 war Quiske Finanzvorständin – Seite an Seite mit Markus Peters als Vorstandsvorsitzendem. Geschlechtergerechte Doppelspitze ist beim SKM fast schon Tradition.

Und die Ebene drunter? Während andere Organisationen noch Diversity-Workshops planen, lebt der SKM das Prinzip „Macht ist kein Männer-Monopol“: Bei der erweiterten Vorstandskonferenz (Vorstand, Stabsstellen und Fachbereichsleitungen) sitzen fünf Frauen und sieben Männer (ca. 42 % Frauenanteil) am Tisch. Bei den Sachgebietsleitungen beträgt der Frauenanteil ca. 62,5 %. Und wir ruhen uns nicht auf unser jüngsten Tradition aus, bevor sie noch zur Ausrede wird für Stillstand. Also: weiterdenken, weiteröffnen, weiterreden.

Und für uns im SKM Köln gilt: Sex and Power – Macht und Geschlecht gehören nicht in getrennte Räume. Sie gehören an denselben Tisch.

Und vielleicht ist es Zeit, dass andere Organisationen sich ein Beispiel nehmen. Herbst ist schließlich die Zeit des Wandels. Und der Herbst ist bunt, nicht weiß.

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Über 35 Jahre Hilfe am Kölner Hauptbahnhof

Kontakt- und Beratungsstelle des SKM Köln am Hauptbahnhof feiert Doppeljubiläum

Die Kontakt- und Beratungsstelle am Kölner Hauptbahnhof hat am 31. Oktober 2025 gemeinsam mit Gästen aus Kirche, Politik, Gesellschaft, Förder:innen, Medien und Klient:innen ihr 35- und 40-jähriges Jubiläum gefeiert. Im Rahmen einer Jubiläumsveranstaltung wurde gewürdigt, dass die Einrichtungen seit Jahrzehnten unverzichtbare Hilfe für wohnungslose und suchtkranke Menschen in Not leisten und das städtische Umfeld stabilisieren.

„Wir feiern heute nicht nur ein Jubiläum, sondern die Kontinuität einer Arbeit, die Köln sozialer macht“
–  Jens Röskens, Vorstand Sozialpolitik SKM Köln

„Wir feiern heute nicht nur ein Jubiläum, sondern die Kontinuität einer Arbeit, die Köln sozialer macht“, betont Jens Röskens, Vorstand Sozialpolitik des SKM Köln. „Unsere Arbeit hilft Menschen ganz konkret. Damit das so bleibt, brauchen wir verlässliche Partner. Wir sind dankbar für jede Spende, aber eigentlich darf die Finanzierung solcher überlebenswichtigen Angebote nicht von Spenden abhängen. Das ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die wir gemeinsam mit der Stadt lösen wollen.“

Marco Petrelli, Leiter der Stabstelle Kommunikation, Marketing und Fundraising ergänzt: „Die Diskussion um Wohnungslosigkeit und Drogenkonsum ist überall präsent. Der SKM Köln zeigt seit Jahrzehnten Lösungen, aber diese Lösungen brauchen auch Ressourcen. Der SKM Köln will nicht nur überleben, sondern weiter gestalten – gemeinsam mit Politik, Gesellschaft und allen Förder:innen.“

Haushaltsherausforderungen

Steigende Kosten bei verhältnismäßig weniger steigenden Zuschüssen aus dem städtischen Haushalt treffen die Einrichtung spürbar. Bereits heute finanziert der SKM insbesondere das Angebot des Kontaktbereichs vor allem aus eigenen Mitteln: „Die Grundversorgung bleibt, aber alles, was Begegnung und Vertrauen schafft, muss aktuell vor allem aus eigener Tasche finanziert werden“, erklärt Petrelli. „Ein Kaffee im Willkommensbereich klingt banal, ist aber oft der erste Schritt, damit jemand Vertrauen fasst und Hilfe annimmt.“

Stimmen aus der Praxis

Auch die Einrichtungsleiter machen deutlich, wie wichtig niedrigschwellige Angebote sind:

„Gerade die kleinen Dinge wie ein warmes Getränk oder ein Gespräch öffnen Türen“, sagt Ralf Promper, Leiter der Beratungsstelle am Hauptbahnhof. „Wenn wir das nicht mehr anbieten können, verlieren wir Menschen, bevor wir ihnen helfen.“

Uli Millmann, Leiter der Kontaktstelle, ergänzt: „Unsere Arbeit entlastet nicht nur Menschen in Not, sondern auch das öffentliche Leben in Köln. Wir wollen weiter Problemlöser bleiben – für Menschen und für die Stadt.“

Jubiläum im Wasserballettteam

Sozial.Kreativ.Menschlich

Synchron im Einsatz für andere.
Eine kleine literarische Würdigung der Jubilare im SKM Köln

von Marco Petrelli

Es ruckelt und rackelt. Es knirscht und quietscht. Es schwingt und stottert.
Und es ist ein Bild der an die Synchronität eines Wasserballetts erinnernden Gleichförmigkeit, mit der sich die in der Straßenbahnlinie 9 in Richtung Königsforst stehenden Fahrgäste gleichzeitig gegen die Schwerkraft der Rechtskurve in Richtung Neumarkt stemmen.
Das Gewicht verlagernd. Mit einem großen Schritt. Mit einem kleinen Schritt. Mit verändertem Winkel von Oberkörper zum Boden.

Und ich: Mittendrin. Teil des Wasserballettsteams.
Und: Teil des SKM-Teams.
Vor einer Station eingestiegen in die Straßenbahn an der Haltestelle Mauritiuskirche unweit der Zentrale des SKM Kölns entfernt.
Vor rund einem Monat eingestiegen in die Arbeit beim SKM.
Und irgendwie erinnert mich die sich vor meinem Auge ablaufende Choreographie auch an den SKM, denke ich bei mir, während ich auf meine sich fest um den ledernen Haltegriff schmiegende Hand blicke und gedankenverloren mitschwinge.

Auch im SKM schwingen und stemmen und strampeln wir – dieses „Wir“ zu denken, fühlt sich freudig vertraut an – gegen äußere Einflüsse. Was in der Bahn die Schwerkraft ist, sind im SKM gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen, finanzielle und institutionelle Herausforderungen, strukturelle Versorgungslücken und vieles mehr.

Was den Unterschied macht: Niemand fährt so wirklich gern und freiwillig um diese Zeit mit der Straßenbahn durch die Kölner Innenstadt. Aber jede:r im SKM arbeitet hier in Freiheit und gutem Willen. Wir sind hier freiwillig Teil des Teams. Und einige schon seit längerer Zeit als ich auf der Welt bin. An meinem ersten Tag in der SKM-Zentrale – ich erinnere mich gut, denn das kannte ich in dieser Form der Willkommenskultur für neue Mitarbeitende in Organisationen nicht – führte mich der Vorstandsreferent und überaus freundlich bemühte Kollege durch das gesamte Haus und stellte mich allen, wirklich allen vor!

Und eine Begegnung ist mir dabei besonders in Erinnerung geblieben: Die Kollegin, die an ebendiesem Tag ihr 45-jähriges Jubiläum feierte. „Das ist ja ein lustiger Zufall: Ich feiere mein 1-Tages-Jubiläum und du (wir duzen uns hier alle im SKM) dein 45-Jähriges!“ „Da kommst du auch noch hin!“, warf mir jmd. aus der Runde zu. Und auch, wenn 45 Jahre im SKM allein schon durch das Renteneinstiegsalter nicht mehr möglich sein werden – wobei, wer weiß… – freue ich mich über eine langfristige Perspektive in diesem Wasserballettteam, das gemeinsam soziales Engagement für die am Rande der Gesellschaft stehenden Menschen choreographiert.

Denn ich fühle mich angekommen. Nach kurzer Zeit.
Und angenommen. Für eine hoffentlich lange Zeit.
Und ich freue mich, Teil dieses Teams zu sein.
Ein Team, das kürzlich Jubiläen gefeiert hat: 10, 20, 30, 40 und eben 45 Jahre im SKM Köln. Da kann man nur gratulieren.
Da möchte man auch hin:
Einsteigen, mitschwingen, bleiben.
Zwischen Straßenbahn und SKM.
Zwischen Haltegriff und Haltung.
Auf euch!
Auf uns!

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