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Lara Glockner
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Lara Glockner2026-10-02 12:12:152026-10-02 12:36:32Gemeinsam anpacken beim Social Azubi Day 2026
















Kölner Feger: Beschäftigung schafft Teilhabe und neue Perspektiven
Sauberkeit im öffentlichen Raum und neue Perspektiven für Menschen mit Suchterfahrung: Die Kölner Feger des SKM Köln verbinden Beschäftigung, soziale Teilhabe und psychosoziale Begleitung. Bei einem Besuch informierten sich Sozialdezernent Dr. Harald Rau und Sabine Mendez, Geschäftsführerin des Jobcenter Köln, über das Projekt. Gemeinsam mit unserer Vorständin Elisabeth Quiske und Vorstand Jens Röskens begleiteten sie die Teilnehmenden auch auf ihrer Tour.
Wo drogenkonsumierende Menschen ihre Hinterlassenschaften nicht wegräumen (können), sorgen die Kölner Feger für Sauberkeit. Gleichzeitig bietet das Beschäftigungsprojekt Menschen, die selbst abhängig sind und mit Methadon substituiert werden, eine verlässliche Tagesstruktur und Unterstützung.
„Ich finde, das Angebot ist etwas ganz Besonderes, weil hier Teilhabe ermöglicht wird“, betont Sabine Mendez. „Dieses Projekt zeigt, dass es Menschen, die auf den ersten Blick ganz weit vom Arbeitsmarkt entfernt sind, mit Hilfe gelingen kann, einen strukturierten Alltag zu bewältigen.“
Es gibt 16 Plätze für die Kölner Feger, die über eine Arbeitsgelegenheit (AGH) in Verbindung mit dem Jobcenter und der Stadt Köln gefördert werden. Jeden Tag gehen die Feger eine andere Route in der Stadt. Für jede geleistete Arbeitsstunde erhalten die Feger eine Aufwandsvergütung.
Für Mario, der seit vielen Jahren im Projekt mitarbeitet, ist die Beschäftigung ein wichtiger Bestandteil seines Alltags: „Durch die Kölner Feger bekomme ich Struktur und Hilfe, damit ich meinen Konsum weglasse. Wir werden häufig von Passanten gelobt: Toll, dass ihr das macht!‘ Und das gibt uns Ansporn!“
Beschäftigung als Chance für Veränderung
„Beschäftigung und das Gefühl, anerkannt zu werden, sind wichtige Grundlagen, um einen Perspektivwechsel herbeizuführen“, weiß Nicole Syré, Einrichtungsleitung Beschäftigungshilfe bei der Gemeinnützigen SKM Köln – DE FLO GmbH. Wenn der Konsum wegfällt, verändert sich auch die Tagesstruktur, die vorher durch die Beschaffung der Droge vorgegeben wurde.
Gerade Menschen mit einer Suchterkrankung stehen häufig vor vielfältigen Herausforderungen. Ein Beschäftigungsangebot allein kann diese nicht lösen. Entscheidend ist deshalb die Verbindung von praktischer Tätigkeit und psychosozialer Begleitung. Die Sozialarbeiter unterstützen die Teilnehmenden bei unterschiedlichen Problemlagen und begleiten sie dabei, Schritt für Schritt neue Perspektiven zu entwickeln und im neuen Alltag anzukommen.
Das gewinnt auch mit Blick auf die sich verändernde Konsumsituation in Köln an Bedeutung. Umso wichtiger sind Angebote, die Menschen nicht nur auf ihre Suchterkrankung reduzieren, sondern ihnen Möglichkeiten zur Teilhabe eröffnen und ihre vorhandenen Fähigkeiten stärken. Dabei muss sich auch die Beschäftigungsart immer wieder neu erfinden. Ein neues Projekt von DE FLO ist beispielsweise die „Sozialraumverschönerung“. Teilnehmende bepflanzen und pflegen bunt gestaltet Dosen, die an Straßen, wie der Florastraße in Nippes, aufgestellt werden.
Die Kölner Feger zeigen, wie soziale Arbeit und konkrete Hilfe im öffentlichen Raum miteinander verbunden werden können. Die Teilnehmenden übernehmen Verantwortung und erfahren Anerkennung. Gleichzeitig leisten sie einen sichtbaren, positiven Beitrag für das Stadtbild in Köln. Ein Gewinn für alle Seiten.
Save the Date: Abschlussveranstaltung – Projekt „Digitale Brücke“
Stärkung digitaler Teilhabe wohnungsloser Menschen
Dienstag, 15. September 2026 / 14:00 – 15:30 Uhr / Online
Digitale Teilhabe ist nicht zuletzt abhängig von Zugängen zu technischen Ressourcen und von tragfähigen Netzwerken, in denen Kompetenzen erworben und Erfahrungen ausgetauscht werden können. Für obdach- und wohnungslose Menschen gestalten sich solche Zugänge und Netzwerke in besonderer Weise als prekär.
Im April 2025 hat der SKM Köln daher das Projekt „Digitale Brücke“ gestartet: In zwei unserer Einrichtungen der Wohnungslosenhilfe wurden gemeinsam mit Nutzenden, Ehrenamtlichen und Fachkräften Angebote der digitalen Teilhabe entwickelt, implementiert und erprobt. Bei der Bedarfserhebung wurde der SKM Köln durch ein Lehrforschungsseminar der Technischen Hochschule Köln unterstützt. Gefördert wird das Projekt durch die Sozialstiftung NRW.
Weitere Informationen zum Projekt „Digitale Brücke“ finden sich hier: Digitale Brücke
In unserer Abschlussveranstaltung möchten wir unsere Vorgehensweise sowie die Angebote (Ressourcenzugang, Kompetenzvermittlung, digitale Beratung) vorstellen und anschließend zur fachlichen Diskussion einladen.
Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung folgen im August.
Gefördert durch die SozialstiftungNRW
Projekt Digitale Brücke