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  • Beziehung mit Folgen: Auch Männer können Opfer partnerschaftlicher Gewalt sein

Freiraum für Männer als Opfer häuslicher Gewalt

Gewaltschutzangebot will Männern helfen und das Thema enttabuisieren

Aus einer Auswertung des Bundeskriminalamtes zur Partnerschaftsgewalt aus dem Jahre 2018 geht hervor, dass 140.755 Opfer Menschen von ihrem Partner oder Ex-Partner misshandelt, gestalkt oder bedroht wurden. Unter den Opfern waren laut Statistik etwa 81 Prozent Frauen, aber eben auch 19 Prozent männliche Gewaltbetroffene.

Hilfsangebote und Schutzraum für Männer

Aktuell stehen in Deutschland für gewaltbetroffene Frauen und deren Kinder 6.800 Plätze in Frauenhäusern, Schutzwohnungen oder ähnlichen Einrichtungen zur Verfügung. Für Männer sind es bundesweit derzeit nur 24 Plätze; davon sind 16 in den letzten zwei Jahren entstanden.

Diesem Umstand trägt das von SKM Düsseldorf und SKM Köln entwickelte Projekt „Freiraum“ Rechnung.“ Mit ihrem Konzept „Freiraum“ für Gewaltschutzwohnungen für Männer haben die beiden SKMs die Ausschreibung des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen für sich entschieden. Gemeinsam will man nicht nur das Angebot voranbringen, sondern auch das Thema aus der Tabuzone holen.

Tabu: Männer als Opfer partnerschaftlicher Gewalt

„Wir haben 2018 rund 7000 Fälle häuslicher Gewalt gezählt, in denen Männer die Opfer waren“, erläutert Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung die Förderung des Projekts „Freiraum“. „Häusliche Gewalt gegen Männer ist nach wie vor ein Tabu. Unsere Gesellschaft muss lernen, dass auch Männer Opfer von Beziehungsgewalt werden können. Deshalb ist es mir ein Anliegen, diesen Männern auch zu helfen“, sagt Scharrenbach.

Insgesamt sind noch 5 Plätze in Düsseldorf und Köln in Planung, drei existieren bereits in Düsseldorf. Männer mit Gewalterfahrungen in der Beziehung können das Gewaltschutzangebot „Freiraum“ maximal drei Monate lang nutzen. In dieser Zeit gilt es, den Bewohnern Schutz zu bieten, ihre psychosoziale Lage zu stabilisieren, sie in ihrem Alltag zu entlasten und – ganz wichtig: eine Perspektive nach der Zeit im „Freiraum“ zu entwickeln.

 SKM Köln sucht Wohnraum

Das Projekt „Freiraum“ ermöglicht dem SKM in Köln nun, die bereits bestehende Gewaltschutzarbeit in Kooperation mit dem Ministerium und dem SKM Düsseldorf auf ein bedeutend höheres Level zu bringen – sowohl in Projektstandard (personell, wissenschaftliche Begleitung, Evaluation) als auch im Angebot – sowie in der übergreifenden und NRW-weiten Kommunikation.

Der SKM Köln hält bereits seit zwei Jahren in vorhandenen Räumen Schutzwohnmöglich­keiten für Männer bereit, die von häuslicher Gewalt betroffen sind und sucht nun nach projektspezifischem Wohnraum, um das Angebot auszuweiten: 6 Zimmer, die Platz für 4 Männer und ggf. Kinder ermöglichen.

Wenn Sie über Wohnraum verfügen, den Sie uns im Rahmen des Projektes zur Verfügung stellen können, wenden Sie bitte gerne an Michael Zeihen, Projektleitung Männer I Väter I Jungen unter oder 0151 59 16 46 31

Die Medien haben sich aktuell intensiver dem Thema gewidmet. Das Medienecho können Sie hier nachverfolgen:

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