Pressemappe Interimslösung Neumarkt - SKM Köln
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    Interimslösung am Neumarkt

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Informationen für Medienvertreter:innen

Willkommen zur digitalen Pressemappe zum Pressegespräch am 10. Oktober 2025. Die Drogenhilfe Köln und der SKM Köln informieren gemeinsam über die aktuelle Situation am Neumarkt, die geplante Interimslösung und die Weiterentwicklung des Suchthilfekonzepts in Köln. Hier finden Sie zentrale Dokumente, Zahlen, Positionen und weiterführende Materialien.

Schreiben zur Interimslösung am Neumarkt

Das an Stadtverwaltung und Politik gerichtete gemeinsame Schreiben von Drogenhilfe Köln und SKM Köln vom 08.10.2025 zur geplanten Interimslösung am Neumarkt steht hier als PDF zum Download bereit: Schreiben vom 08.10.2025.

FAQ

Im ersten Halbjahr 2024 wurden im Drogenkonsumraum Neumarkt 29.508 Konsumvorgänge gezählt – das entspricht durchschnittlich 190 pro Tag und bedeutet einen Anstieg von 75 % gegenüber 2022 wie bereits der Kölner Stadtanzeiger berichtete. 21 % der Nutzer:innen konsumieren Crack, 32 % sind obdachlos, 55 % hatten bereits eine Überdosis und 22 % sind nicht krankenversichert – das stellt eine 2023von der Katholischen Hochschule NRW (katho) vorgelegte Studie fest. Die Polizei meldet laut Beitrag der Kölnischen Rundschau durchschnittlich 16 Notrufeinsätze täglich am Neumarkt. Die hygienischen Bedingungen werden als „katastrophal beschrieben. Zunehmend findet der Crack Konsum außerhalb des Drogenkonsumraums im öffentlichen Raum statt.

Die Stadt Köln plant eine Interimslösung in der Nähe des Neumarkts, die bis zum 31. März 2026 in Betrieb gehen soll. Ziel ist es, die offene Drogenszene zu entlasten, die Situation für Konsumierende und Anwohner:innen zu verbessern und den Zugang zu Hilfsangeboten zu sichern. Drogenhilfe Köln und SKM Köln bieten ihre Zusammenarbeit und Trägerschaft an, sofern die Konzeption fachlich tragfähig ist

3. Welche Anforderungen stellen die Träger an die Interimslösung?
Die Träger fordern, dass die Aufenthaltsfläche ausreichend ausgestattet, personell abgesichert und fachlich begleitet wird. Sie erwarten eine verbindliche Klärung der Finanzierung zusätzlicher Hilfsangebote sowie eine rasche Konkretisierung des Begriffs „Aufenthaltsfläche“. Die Trägerschaft wird angeboten, wenn die Konzeption den fachlichen Standards entspricht und wirksam zur Verbesserung der Lage beiträgt.

Das Kölner Modell setzt auf niedrigschwellige Angebote in räumlicher Nähe zur Szene. Geplant ist der Aufbau von drei Suchthilfezentren, die medizinische Versorgung, Sozialarbeit, Konsum- und Ruheräume sowie Beschäftigungsangebote bündeln. Ziel ist eine schnelle Hilfe für Konsumierende, die Entlastung des öffentlichen Raums und die Integration wohnungsloser und suchtkranker Menschen. Das Modell orientiert sich an Erfahrungen aus Zürich und Frankfurt, wird aber für Köln weiterentwickelt.

Erfahrungen zeigen, dass Angebote für Konsumierende fußläufig erreichbar sein müssen. Frühere Versuche, Konsumräume weiter entfernt (z. B. in Poll) zu etablieren, wurden von der Zielgruppe nicht angenommen. Die Szene bleibt am Neumarkt, weil er als Verkehrsknotenpunkt gut erreichbar ist, edort viele Menschen sind und, viel Infrastruktur vorhanden ist. und die Hilfsangebote müssen direkt sowie fußläufig erreichbar sein. müssen. Die Menschen brauchen die Unterstützung in unmittelbarer Nähe.

Drogenkonsumräume bieten geschützten Konsum unter medizinischer Aufsicht und reduzieren Risiken für Konsumierende und Öffentlichkeit. Der bestehende Raum am Neumarkt ist jedoch ausgelastet und kann die Nachfrage nicht vollständig auffangen. Zudem deckt er nur den zeitlich begrenzten, geschützten Konsum ab – insbesondere für das Rauchen von Crack wird häufig der öffentliche Raum genutzt. Die Menschen brauchen daher eine Anlaufstelle mit einem umfassenden und gut ausgebauten Angebot, das von sanitären Anlagen über Essensangebote und Gesundheitsversorgung bis hin zu Aufenthalts- und Ruhemöglichkeiten sowie tagesstrukturierenden Maßnahmen reicht. Eine Erweiterung des Angebots ist deshalb dringend notwendig.

Die Träger fordern eine aktive Einbindung in die Konzeptentwicklung und Umsetzung. Geplant sind bisher Workshops mit Betroffenen, Polizei und Fachleuten, um die Maßnahmen praxisnah und bedarfsgerecht zu gestalten.

Die Finanzierung und Standortfragen sind noch offen und sollen in Workshops mit allen Beteiligten geklärt werden. Die Träger erwarten eine verbindliche Klärung der Finanzierung, bevor zusätzliche Angebote geschaffen werden können.

Städte wie Zürich, Frankfurt und Hamburg gelten als Vorreiter mit integrierten und langfristig finanzierten Angeboten. Diese Modelle dienen als Orientierung, werden aber an die lokalen Bedingungen in Köln angepasst.

Erfolge werden vorrangig anhand von Nutzerzahlen, der Anzahl der Beratungsgespräche, der Vermittlungen in weiterführende Hilfen sowie der medizinischen Versorgungen gemessen. Auch qualitative Rückmeldungen von Betroffenen und Mitarbeitenden sowie die nachhaltige Verbesserung der Lebenssituation fließen in die Bewertung ein. Konsumzahlen werden zudem ergänzend berücksichtigt.

Die nächsten Schritte sind die Einladung zu Workshops, die Konkretisierung der Maßnahmen durch die Stadt Köln und ggf. die aktive Einbindung der etablierten Träger in die Weiterentwicklung des Suchthilfekonzepts.

Hintergrund-/ Konzeptpapier

Das Konzeptpapier „Perspektive Neumarkt 365 – Ein Komplexangebot für wohnungslose und suchtmittelabhängige Menschen“ des SKM Köln beschreibt ein umfassendes, niedrigschwelliges Hilfe- und Versorgungsangebot am Neumarkt, das auf Beratung, Betreuung, medizinische Versorgung, Tagesstruktur und soziale Integration setzt, um die Lebenssituation Betroffener nachhaltig zu verbessern.

Das vollständige Konzept steht hier als PDF zum Download bereit: Konzept Neumarkt

Zitate & Ansprechpartner:innen

„Wir stehen bereit, kurzfristig Verantwortung zu übernehmen – etwa für die geplante Aufenthaltsfläche am Neumarkt. Voraussetzung ist, dass die Konzeption fachlich tragfähig ist und tatsächlich zu einer Entlastung der Situation beiträgt.“

„Menschen in der Szene brauchen Schutz, medizinische Versorgung und Perspektiven – nicht nur einen Ort zum Verweilen. Gleichzeitig brauchen die Bürgerinnen und Bürger ein Gefühl von Sicherheit und Ordnung. Beides ist kein Widerspruch.“

„Wir begrüßen den offenen Dialog – aber er muss auch die örtliche Praxis einbeziehen. SKM und Drogenhilfe Köln stehen seit Jahrzehnten für die Arbeit mit suchtkranken Menschen in Köln. Ohne diese Erfahrung bleibt jede Debatte unvollständig.“

„Die Stadt Köln ist auf die Kompetenz der etablierten Träger angewiesen, um wirksame und nachhaltige Lösungen zu entwickeln.“

„Das Kölner Modell setzt auf Nähe zur Szene. Wer Hilfe anbieten will, muss dort sein, wo die Menschen sind.“

„Wir stehen als verlässlicher Partner bereit – nicht nur für die Interimslösung, sondern auch für die langfristige Weiterentwicklung.“

„Für das Rauchen von Crack braucht es nicht unbedingt einen Konsumraum – aber eine Anlaufstelle mit umfassendem Angebot.“

„Die Menschen brauchen Zugang zu sanitären Anlagen, Essensangeboten, Gesundheitsversorgung und tagesstrukturierenden Maßnahmen.“

„Wichtiger als Konsumzahlen sind Beratungsgespräche, Vermittlungen und medizinische Versorgung.“

„Der Erfolg von zukünftigen Angeboten wird auch davon abhängig sein, diese neben der räumlichen Nähe zur Drogenszene so attraktiv zu gestalten, dass neben der Verdrängung durch die Ordnungsbehörden auch ein „natürlicher“ Sog auf die Szene entsteht.“

„Angebote müssen insbesondere für Crack Konsumierende ausreichend Platz im Sinne von Fläche anbieten, um Konfliktsituationen ausweichen und deeskalieren zu können.“

„Zur Entlastung des öffentlichen Raumes wäre es sinnvoll die rechtlichen Rahmenbedingungen für eine Tolerierung des Kleinhandels von Konsument zu Konsument innerhalb der Angebote zu schaffen. Hierzu bedürfte es aber einer Änderung Betäubungsmittelgesetzes auf Bundesebene. Eine Initiative aus der Kommune z.B. über den Städtetag könnte hier ein möglicher Anstoß sein.“

Pressemitteilung vom 10.10.2025

Sperrfrist (10.10.2025, 15:00 Uhr)

Die Pressemitteilung vom 10.10.2025 informiert über die geplante Interimslösung am Neumarkt und das gemeinsame Engagement von Drogenhilfe Köln und SKM Köln für eine nachhaltige Verbesserung der Situation vor Ort. Bitte beachten Sie die Sperrfrist: 10.10.2025, 15 Uhr.
Die vollständige Pressemitteilung steht hier als PDF zum Download bereit: Pressemitteilung vom 10.10.2025.